Vorbemerkung. Bei jeder Behandlung der Metalle mit Süuren ist
die peinlichste Sorgfalt vorand nach dom Brennen zu beobachten;
vorher, um die Uberzüge gleichmäßig and in den gewunschten
Tönen zu erhalten, and nachher, um auch die letztcn Säurereste
von den gebeizten Stücken zu entfernen, wodurch ein Anlaufen
and Oxydieren vermieden wird. In Gürtlerwerkstätten, die
derartige Operationen in ausgedehntestem Maße ausführen and
große Erfahrungen darin haben, behandelt man die fertig gebeizton
Gegenstände zuerst mit Regenwaßer, um die beim Herausnehmen
aus dem Brennbade in Maße anhaftende Säureschicht der Hauptsache
nach zu entfernen; dann werden die Gegenstande eine Zeitlang mit
Natronlauge behandelt, welche die in geringen Mengen noch vorhandene
Saure neutralisieren soll, und schließlich mit großer Eindringlichkeit
in reinen,öfter erneutem Regenwaßer gewasehen and getrocknet.
Das Trocknen geschieht zweckmaßig in Sägespänen von Ahornholz,
die sich infolge der besonderen Struktur des Holzes dare am besten
eignen; die Sägespäne müßen ebenfalls mehrfach durch
neue ersetzt werden.
103. Aluminium blank beizen:
Die Herstellung diner reincu weißen metallisehen Oberflache erreicht
man -- naeh der Aluminium-IndustrieAktien-Gesell schaft - bei Aluminium
am besten durch Beizen mit ciner ca. 10''/,, and mit_ Kochsalz gesattigten
Natronlauge, welche, urn eine schone mattsilberahnliche Farbe des
Metalis zn erzielen, stets liciß angewendet werden mull. Die Gegenstaude
bringt man zunüchst etwa 15 bis 20 Sekuuden in die Lauge, nimmt
sic wieder heraus, wascht and burstet sic ab. Hierauf beizi man
nochmals ungefahr eine halbe Minute lang, wobei an dem Metall eine
lebhafte Gasentwicklung auftritt. Zuletzt waseht man (lie Gegensthnde
gut at) mid trocknet sic in Sagespünen. Kupfcrhaltiges :Aluminium
lü,ßt rich mit dieser Lauge ehenfalls sehr sehon weill beizen.
Diese Legierung wird in der Beize zuerst brawn bis schwarz and erreicht
ihrc , ig nt li he Farhe crst. vi'viui i ü sic naeh
dem Abwaschen kurze Zeit in konzentrierte Salpetersaure taucht,
dann wiederum gut wascht and wie oben gut trocknet.
104. -: In 1000 g destilliertes Waßer lost
man 100 g Natronlauge, 230 g Kochsalz and 370 g Seifenstein and
taucht in diese Losung, die his auf ca. 80' C erwarmt wird, die
abzubrenneden Aluminiumteile ein. Sind die Gegenstande dann in reinem
Waßer abgespült, so besitzen sie einen schonen matten,
silberweif3en Farbton. Urn einen glanzend silberweißen Ton
zu erhalten, ist nur noch notig, die Gegenstande in verdünnte
Salzsaure 1: 10 zu tanchen mid sic dann in reinem Waßer abzuspulen
and in Sägespinen zu troeknen. Dies Brenne gibe anch dann gute
Resultate, wenn das Aluminium kupferhaltig ist. W. Schroeder.
105. - hell mattieren:
Alan stellt zu diese n Zweek eine Losung aus 1 L. AVaßer mid 100
g Aetznatron her. In diese Losung taucht man den Aluminiumgegenstand
ein, nachdem man ihn vorher gereinigt hat. Sofort nach dem Eintauchen
werden Gasblasen, welche aus Wasserstoffgas bestehen, von der Oberfliche
des Aluminiums aufsteigen. Wean sich reichlich Gasblasen entwickeln,
nimmt man den Gegenstand heraus and spiilt ihn in kaltem Wasser
ab. Man wird linden, dal3 die Oberf1dehe, obwohl mattiert, mit einem
dUnnen schwarzen Ueberzug bedeckt ist; dieser besteht aus Eisen.
Zur E ntfernung des Eisens mischt man 1 L. Wasser and 1 L. Salpetersaure
in kaltem Zustande and taucht den Aluminiumgegenstand hinein, sobald
er aus der alkalischen Losung herausgenommen mnci in kaltem Wasser
gereinigt ist. Der Eiscnilberzug wird daun sofort verschwinden and
man erhalt clue gleichnna(3ige, hell mattierte Oberflache. Falls
diese nicht gleichmailig ist oder roust nicht befriedigt, wird (lie
betreffende Behandlung wiederholt. Das Aluminium dart man in der
alkalischen Losung nicht linger assen, Its gerade notwendig ist,
da andernfalls die Oberflache zu stark angegriffen and infolge deßen
rauh wird. Theses Verfahren eignet sick aber nur fOr kleine Gegenstande.
106. --: Eire anderes Verfahren zur Erzielung
einer schonen Alattierung ist folgendes: Man poliert den Aluminiumgegenstand,
wenn dies, um eine einwandfreie Oberflache zu erhalten, erforderlich
ist, and reinigt darn dieselbe von fettigen Substanzen mittels Benzin.
Dann taucht man den Gegenstand in eine bruhend heifle, aber nicht
zn starke Pottaschelosung so lange, bis die Oberfliche blind and
weit3 ist and nimmt den Gegenstand heraus, spelt ihn in kaltem Wasser
ab and bringt ihn 5 bis 6 Minuten in eine 5°/„ Fluf3saurelosung,
um die Oberflaehe weich zu machen. Hier ant spelt man ihn wieder
tuehtig in kaltem Wasser ab and taucht den Gegenstand in chi Gernisch
von gleichen Teilen Salpeter- and Schwefelsaure. Nun spelt man in
kaltem and damn in reinstem heif3eui Wasser at); dean bei Benutzung
von unreinem heillem Wasser werden Flecke auf der Oberflache entstelien.
Sodann trocknet man in Sagespanen guter Qualitat, welche frei von
Pech oder Harz sind, am besten eignen sich hierzu Sagespane von
Birken- oder Eschenholz. In diesem Zustande dart man mit blolien
Handen - auch wenn sic noeh so rein sired - die Arbeitsstileke auf
keinen Fall beruhren, sonst werden Fleeke auf der Aluminiurnoberflache
zureckbleiben. Das Mattieren wird nun bewirkt mit Hilfe einer feinen
weichen Stahldrahtbiirste von ca. 15 cm Durebmesser, welche in einer
Poliermaschine 2500 Cmdrehungen in der Minute macht.
107. - mattschwarz brennen:
Friedrich in Liidenscheid bringt -- nach (.. Buchner - einen sammetartig
mattschwarzen I?eberzug auf Aluminium dadurch hervor, daß er daßelbe
zunachst bei 60-70'' C in Schwefelsaure vorbeizt (3 T. Schwefelsaure,
1 T. Wasser) and dann in ein 30-35° C warmes Bad aus 150 g Antimonchlorid,
100 g Manganonitrat, 20 g geschlammtcm (Iraphit, 250 g Salzsiiurc
and 1 L. 0(1°/,, Alkohol bringt. Der Alkohol wird hierauf abgebranut,
and der mit cinem grauen T7eberzuge versehene Aluminiumgegenstand
kann alsdann sofort mit cinem Lackanstriche aus 1 L. Alkohol, 50
g Sandarak, 100 g Schellack, 100 g Nigrosin versehen werden. Man
erhitzt schließlich den Gegenstand in einem Ofen and reibt denselben
mit Leinolfirnis ab, wodurch der gewunschte Effekt hervortritt.
108. - schwarz brennen:
Das Metall ist mit feinem Schmirgelpapier zu polieren, dann mit
Olivenol dune zu i berzielien mid darauf fiber einer Spiritusflamme
lang.am zu erwarmen. Nach kurzer Zeit beginnt das Oel zu kochen
and bekommt eine goldgelbe Farbe. Jetzt ist ein zweiter Oeliiberzug
aufzutragen and nun das Metall stark zu erhitzen. Die Goldfarbe
wird brawn and dunkelt schnell bis zu einem intensiven Schwarz.
Nach dem AbkUhlen wiselit man das Oel ab and lath das Metall trocknen.
109. -: Eine tiefschwarze Farbe auf Aluminium erhalt man, wean man
die gut gereinigten (Uegenstande mit frischem Eiweiß uberzieht and
langsam, bei steigender Temperatur erhitzt. Die Farbe ist saurebestandig
and kann von den Gege.nstanden nur durch Reiben fortgebracht werden.
110. -- (fur polierte Stucke nicht zu verwenden!):
Die Gegenstande werden mit Schwefelantimon, welchem Salzsaure zugegossen
wird, angestrichen, hierauf erwarmt, bis sich eine weiße Schicht
bildet. Das Verfahren ist 2-3 anal zu wiederholen, his die Gegenstande
ein tiefschwarzes Aussehen erhalten; dann werden sic in siedendes
Wasser gelegt and in Sagespanen getrocknet. G. Bock.
111. - beizen:
Einen festhaftenden tiefschwarzen Ton auf gereinigten Aluminium-Gegenstanden
erhalt mall (lurch Beizen oiler CTeberstreichen mit einer Platinchloridlosung.
112*. -: Zum Schwarzen von Aluminium-Gegenstanden
gibt das Preußisehe Kriegsininistcrium folgende Vorschrift: Dic
Gegenstiindc werden zunachst mit 80°;, Schwefelsiiur vorbehandelt,dann
mit einer Losung von 100 g Antimonchlorur, 200 g Salzsaure, 50 g
Manganoxydul in 1 L. reinem Spiritus geschwarzt and schließlich
mit einer schwarzcn Spiritus-Schellacklosung iiberzogen.
113. Aluminiumbronze blank beizen:
Die Stucke erhalten.--each der Aluminium-Industrie-Aktien Gesellsehaft
- eine rein metallische Oberflache and dabei eine schone goldahnliche
Farbe durch Eintauchen in Schwefelsaure von 30° Be., Abspulen
mit Wasser, hierauf Eintauchen in konzentrierte Salpetersaure von
360 B. and Einlegen in fließendes Wasser. Als Aetzflüßigkeit
bedient man sich der Salpetersaure, zum Polieren des Schmirgels
and der Polierscheibe.
114. Magnalium silberweiß beizen and mattieren:
Eine schone reine weiße, silberahnliche Oberflache erlangt man bei
Magnalium durch Beizen mit einer 10%igen. mit 2% Kochsalz gesh.ttigten
Natronlauge, die auf 60° erwhrmt ist. Der zu beizende Gegenstand
kommt zunachst fur 15-20 Sekunden in die Lauge, bis eine heftige
Gasentwicklung auftritt, wird dann in kaltem Wasser gespiilt rind
gebiirstet and dann 10-15 Sekunden in konzentrierte Salpetersaure
getaucht, wiederum in kaltem Wasser abgespult and dann in warmen,
feinen Sagespanen getrocknet. Wenn ein Gegenstand mehrere Male hintereinander
gebeizt wird, bekommt er eine schone matte, silberweiße Farbe, die
absolut wetterbestiindig ist and seidenartig glanzt.
115. Blei blaugrau farben (antimonieren):
Um Bleiteilen das gleiche Außehen wie den mit Chlorantimon behandelten
Messingteilen zu geben, hat man nur notig, statt des Chlorantimons
Schwefelantimon anzuwenden. Vorheriges Entfetten mit Benzin rind
miilliges Erwarmen beim Auftragen des Schwefelantimon ist notwendig.
Das Trocknen nach erfolgtem Abspulen mit Wasser geschiebt durch
Abtupfen vermittels Leinenlappen. Durch Wiederholung des Verfahrens
erreicht man eine dunklere Farbung.
116. Brüniersalbe: Das sogenaunte Brünieren
eine Arbeit, welche man auf Eisen oder Stahl, auch auf Kupfer ausNhrt,
besteht darin, daß man auf den betreffenden Gegenstanden - meistens
werden Gewehrlaufe so behandelt - einen Ucberzug hervorbringt, welcher
aus Eisenoxyd and metallischem Antimon besteht, eine braune Farbe
besitzt and deshalb auch als Briinierung bezeichnet wird. Man stellt
das zum Brilnieren erforderliche Praparat (Dreifach-Chlorantimon
oder Antimonbutter) dar, indem nian sehr fein gepulverten 9rauspießglanz
(Dreifach - Schwefelantimon) mit starker Salzsaure kocht, bis keine
Entwicklung von Schwefelwasserstof£ meter stattfindet; das
Spießglanzpulver muß im Ueberschuße vorhanden sein. Die Losung
wird abgegoßen and in einer Porzellanschale eine Viertelstunde
lang auf 2001 C. erhitzt, worauf dann eine weiche, butterartige
Maße entsteht, welche aus Dreifach-Chlorantimon besteht. Um die
Brunierungsmaße darzustellen, reibt man das Dreifach-Chlorantimon
mit Olivenol zusammen and reibt diese Maße mittels eines Wollentuches
auf die zu brunierenden Gegenstande. Nach 24 Stunden sind dieselben
rostig geworden; das Briinieren wird so oft wiederholt, bis der
gewunschte Farbenton, der zwischen Hellbraun and Dunkelbraun abschattiert
werden kann, hervorgetreten ist. Kleine, aus Eisenblech geprellte
Galanteriegegenstande konnen in ahnlicher Weise
117. Brüinierflüssigkeit :
Diese Losung besteht aus 156 T. Eisenvitriol, 84 T. Eisenchlorid
losung, 15 T. Eisenoxydulnitrat and 930 T. Wasser.
118. -: Man lost 1 T. Eisenvitriol in 22 T.
Wasser and gielt dazu 1/10 Salpetersaure odor
mischt 1 T. salpetersaures Silberoxy d in 500 T.Wasser.
118. -: Eine Mischung von gleichen Teile.
Salz- and Salpetersaure wird soweit erhitzt, daß Dampfe aufsteigen.
In diese Dampfe werden (lie zu brbnierenden Teile etwa 5 Minuten
lang eingehangt and dann auf eine Temperatur von etwas über
300 Grad so lange erwarmt, bis die Briinierung sichtbar wird, worauf
die Stiicke zuin Abkiihlen gelegt werden. Die kalten Gegenstande
werden mit Vaselin eingerieben and nochmals erwarmt, bis rich das
Vaselin zersetzt. Das Einreiben mit Vaselin wird vorteilhaft wiederholt.
Vor der Farbung mussen die Eisenteile gut entfettet werden, was
bei polierten Gegenstanden am besten mit Benzin geschieht; Abreiben
mit reinen Sagespanen genugt oft ebenfalls schon. Stark fettige
Sti cke mussen in Aetznatron- odor Sodalauge entfettet werden.
120. - fur Messingbleeh:
Das Messingblech wird zunachst fettfrei gemacht, indem es in Sodalauge
gekocht, in reinem Wasser nachgespult and in reinen, feinen Sagespanen
trockengerieben wird. Zum Brunieren stellt man sich eine Losung
von 2 T. tibermangansaurem Kali, 10 T. Eisenvitriol and 1 T. Salzsaure
in 200 T. Wasser her and taucht die gereinigten Bleche kurze Zeit
- etwa 30 Sekunden - hinein, wodurch sic eine schone braunliche
Oberflache erhalten. Je linger die Bleche in der Losung bleiben,
desto dunkler fallen sic aus. Um die Farbe dauernd zu erhalten,
iiberstreicht man mit einem Lack, der durch Auflosen von reinem
Schellack in 90% Spiritus erhalten wird. Durch Anwendung einer bestimmten
Schellackfarbe, hell, gelb oder dunkel, kann man die Tonung der
Brunierung noch nach Wunsch etwas nachfa.rben. (Siehe auch Nr. 139
and 140!)
121. - fur Kupfer and stark verkupferte Gegenstande.
Man stellt nach Angabe der Physik.-Techn. Reichsanstalt eine passende
Menge einer Losung, welche auf 100 ccm Wasser 10 g Natriumchlorat,
10 g Ammoniumnitrat and 1 g Kupfernitrat cuthalt, her, erhitzt diese
in einem geeigneten Gefaß aus ' Glas, Porzellan, Steingut oder emailliertem
Eisen auf 100° und taucht das sorgfältig gereinigte, insbesondere
auch von Fett and Oxyd volistandig befreite and an einem Kupferdraht
befestigte Metallstuck ein. Der zu beizende Gegenstand ist in dem
heiIen Bahe so lange bin and her zu bewegen, his die gewiinschte
gelbbraune Farbe erreicht ist, was bei kleineren Sti.icken in 5
his 10 Minuten der lull ist. Ein zu langes Verweilen des zu beizenden
Gegenstandes in dem Bade ist zu vermeiden. Die Gegensthnde werden
zum Schluß gut in Wasser gespiilt and mit cinem weichen Lappen getrocknet
and abgerieben.
122. Messing (gegossen, gewalzt, gezogen), Tombak,
Kupfer, Zinnrotguß, Zinkrotguli schwarzbrennen nach einer
Vorschrift der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt. (Da die Gegenstande
heill abgebrannt werden, ist das Verfahren fiir solche mit Zinnlotungen
nicht anwendbar!): 100 g gut zerkleinertes salpetersaures Kupfer
wird in 200 g absolutern Alkohol gelost. Die Gegenstande werden
mittels eines Messingdrahtes kurze Zeit in diese Losung eingetaucht
and alsdann über einer Flamme unter Vermeidung von Blasenbildung
abgebrannt, wobei sie erst griin and nach starkerer Erwarmung schwarz
werden. Nach dem Erkalten werden dieselben mit einer steifen Biirste
abgeburstet. Dihser Vorgang wird wiederholt, his die Gegenstande
tief schwarz sind. (Siehe auch Nr. 152 and 153!)
123. Messing schwarzbeizen :
Nach Dr. Lang-bein lost man frisch gefalltes kohlensaures Kupfer
in starkem Salmiakgeist. bis ein Ueberschuß von kohlensaurem
Kupfer ungelost zuriickbleibt. Man verdunnt dann mit dem vierten
Teil des Volumens mit Wasser, setzt pro Liter 2 bis 3 g Graphit
hinzu and erwarmt auf 35 bis 40 ° C. Man taucht din zu behandelnden
Gegenstande einige Minuten in diese Losung, his sic die gewiinschte
schwarze Farbe zeigen, spiilt mit Wasser ab, taucht in heil3es Wasser
and Irocknet mit Sagespanen. Diese Losung wird durch Ausscheiden
von schwarzem Kupferoxyd bald unbrauchbar, weshalb es zu empfehlen
ist, nieht mehr Losung herzustellen, als man gerade braucht. Die
Gegenstande behalten ihren Glanz.
124. -: Ein anderes Rezept ist folgendes:
100 g Kupferkarbonat werden unter ofterem Schiitteln in 750 g Salmiakgeist
aufgclost laid dann noch 150 g destilliertes Wasser hinzugefiigt.
Die so orhaltene Beize ist an einem kiihlen Ort aufzuhcwahren odor
in weitem Glasgefäß, dessen abgeschliffener and eingefetteter
Rand eine Glasplatte bedeckt. Eine schwach gewordene Beize kann
durch Zusatz von etwas Salmiakgeist wieder aufgefrischt werden.,
Die Gegenstande müssen in einer Weinsteinlosung (ca.1/4 kg
in 3-5 L. Wasser) abgekocht and in klarem Wasser nachgespult werden,
bevor sie in die Schwarzbeize gehangt werden. Will man das Oxydieren
beschleunigen, so erwarmt man das Bad im Wasserbad, dadurch wird
aber ein ofterer Zusatz von kohlensaurem Kupfer notig, da dasselbe
lurch Erwarmen schnell absorbiert wird. Die sorgfaltig von fettigen
Substanzen hefreiten Gegenstande werden auf einem Messingdraht 2-3
Minuten in die Flussigkeit untergetaucht and bin and her bewegt,
dann in reinem Wasser abgespiilt and in Sagespiineen getrocknet.
Beim Zaponieren beachte man, dal keine Sagespane an den Gegenstaiiden
hangen blciben and daß dieselben mit Lappen abgerieben werden.
125. - (gegossen, gewalzt, gezogen), Tombak,
Kupfer, Zinnrotguß, Zinkrotguß blaugrau beizen
nach der Vorschrift der Physikal.-Techn. Reicbsanstalt: 50 g Antimontrichlorid
werden in 850 g 94% Alkohol gelost and alsdann 100 g robe Salzsaure
hinzugefiigt. Die gut gereinigten and oxydfreien Gegenstande werden
bei Zimmertemperatur mittels eines Messingdrahtes in diem Losung
eingetaucht, nach dem Herausnehmen in kaltem Wasser abgespiilt and
mit einem weichen Lappen abgetrocknet.
126. Messing stahlblau beizen:
Die abgebeizten and gelb gebrannten Gegenstande werden unter bestandigem
Hin- and Herbewegen in folgender Losung gefarbt. In 10 L. Wasser
werden 1500 g unterschwefligsaures Natron aufgelost, in weiteren
10 L. Wasser 500 g essigsaures Bleioxyd and dann beide Losungen
vereinigt. Dieses Bad wird auf etwa 60grader C. erwarmt mid. die
Gegensthnde an Messinghaken hineingebracht. Der Farbeprozeß
dauert ungefahr S Dlinuten. Wenn die Gegenstande den richtigen Ton
haben, werden sic herausgenommen,-mit Wasser abgespult und in Sagemehl
getrocknet.
127. - blau beizen: Messing läßt rich blau
färben, indem man 5 g Kermesschildlaus (Coccus ilicis) in eine
Lösung von 25 g Schwefelantimon und 60 g kalzinierte Soda in
400 cem Wasser bringt, die Losung filtriert und abermals 400 cem
Wasser hinzufugt, in welchem 5 g Weinstein und 10 g unterschwefligsaures
Natron gelost wurden. In these Endlosung bringt man die blanken
Messinggegenstande, bis sic die gewunschte Farbe haben. Die Gegenstande
werden danu abgespult, getrocknet und lackiert.
128. - und Kupfer gelb beizen (Gelbbrenne):
200'0 Salpetersiiure wird mit Chlornatrium (Kochsalz) gesattigt
und darn dieser Mischung noch 15 g gewohnlicher Schnupftabak hinzugefiigt
(letzterer verhindert das Oxydieren der abgebrannten Teile beim
Herausnehmen!). Die Gegenstande werden eingetaucht, mit Wasser abgespult
und in Sagemehl getrocknet.
129.-: Vorbcizc: 18 T. Salzsaure.Eigentliche B r e n n e: a) 100
T. Salpetersaure, 125 T. Schwefelsaure, 1,5 T. Kochsalz, 2 T. Glanzrud
oder b) 10 g Salpetersaure, 5 g feine Siigespane oder Schnupftabak.
130. Messing goldgelb beizen:
Nach einem franzosischen Rezept werden 50 g Aetznatron und 40 g
Milchzucker in 1 L. Wasser aufgelost und ca. 20 Minuten lang gekocht.
Der vom Feuer genonnnenen Losung setzt man danu 40 g kalte konzentrierte
Losung von Kupfervitriol zu; beim Abkiihlen schlagt sich ein roter
Niederschlag von Kupferoxydul nieder. In das Gefa1 wird nun ein
Holzsieb gelcgt und darauf die polierten Gegenstande; nach ungefahr
1-2 Minuten ist die goldene Farbung erreicht. Die Temperatur des
Bades muß auf ca. 56grader C. gehalten werden. Langeres Belassen
der Gegenstande im Bade giht diesen zunachst einen griinen, spater
omen gelben, dann einen blaulichgriinen Ton, bis zuletzt ein irrisierender
Farbenton . eirtsteht. Zum Schluß wird in Sagespanen rasch
getrocknet.
131. - glanzend brennen (Glanzbrenne):
41 T. Schwefelsaure, 60 T. Salpetersaure, I T. Kochsalz, 1/., T.
Ruß. Die Brenne wirkt am hesten, wenn sic einige Tage alt
ist. Das Eintauchen der Stücke in die Gelbbrenne darf nur ganz
kurze Zeit, jedenfalls nicht solange dauern, bis sick braune Dampfe
entwickeln, da z. B. Blech sonst zu stark von der Saure angegriffen
wird und semen Glanz verliert.
132. - mattbrennen nach B u c h n e r:
10 T. Salpetersaure von 30° B und 100 T. Schwefelsaure werden
gemischt, dann 1 T. Kochsalz und 1 his 5 T. Zinkvitriol hinzugefiigt.
Die Gegenstande werden in die kalte Beize gebracht und 5 bis 20
Minuten darin gelassen; nach der Lange der Einwirkung der Beize
richtet sich die Tiefe des Farbtones. Die Gegenstande haben, wenn
sic aus der Flussigkeit herausgenommen werden, vielfach ein fables,
unschones Aussehen; um dieses zu verbessern, taucht man sic noch
in cine Glanzbrenne, was dem matten Ton durchaus nicht schadet.
Die dabei schwarz werdenden Lotstellen burstet man ab.
133. - (fur vorgebeizte Gegenstande!):
Zu 1 T. Zink, das in 3 T. Salpetersaure gelost ist, gibt man eine
Mischung von 8 T. Salpetersaure und 8 T. Schwefelsaure. Das ganze
Gemisch kocht man in einem Porzellangefal3 auf und taucht darin
die Gegenstande etwa '/2 Stunde lang ein, bis das Aufbrausen nachlaßt.
Hz.
134. -: Die gleiche Behandlung erfahren MessingGegenstande
in einer Mattbrenne, bestehend aus: 1 kg Salpetersaure 36° Be.,
0,5 kg Schwefelsaure 66° B'., 5 kg Kochsalz und 5 bis 25 g schwefelsaurem
Zink.
135. - kornig mattbeizen:
Nach G. B u c h n e r legt man die Gegenstände ca. 10 Minuten
in einc Losung, wekhe in 1 L. 100 g doppelehromsaures Kali and 100
g Schwefelsiiure enthalt. Man erhiilt cin schones, feines, korniges
Matt, das dann auf irgend eine Art versilbert werden kann.
136. -: Werden Messingteile in eine Chlorammoniumlösung
langere Zeit cingelegt, so erhiilt man Aetzfiguren auf diesem Metall.
137. -: Zur Erzeugung eines kornigen Matt ruiseht man 1 T. Salzsaure
mit 8 T. Wasser and setzt 8 T. Schwefelsaure dazu. In dieses Gemisch
legt man die Gegenstande 10 bis 12 Stunden and unterwirft sic hierauf
dem Gelbbrennen, wodureh ein korniges Matt auf den Gegenstanden
hervorgerufen wird. Bei Kupferlegierungen empfiehlt es rich. dieselben
vorher gelb zu brennen.
138. - weiss beizen :
Eine Losung von 1 T. Schwefelarsen, 2 T. Soda in 50 T. Wasser bringt
auf Messing eine weiße Farbe hervor; zuerst erscheint eine rote,
dann blaue and schließlieh die weife ..Farbe. Vorher ist griindliche
Entfettung in Sodalauge and Reinigung in verdii.nnter Sodalauge
erforderlich.
139. - braun beizen:
a) V o r-b e a r b e i t u n g: Die Gegenstande
werden zunachst vorpoliert, durch Abwaschen in Soda oder verdiinnter
Aetznatronlauge gut entfettet and hierauf mit Bimsstein abgerieben;
zu dent letzteren Zweck bereitet man sich einen dickflassigen Brei
aus mittelfeinem Bimssteinpulver and Wasser.
b) B e i z e: 10 L. Wasser, 500 g Schlippsches
Salz, 10-20 g Kupferessenz; das Schlippsche Satz muß iri warmem
Wasser gelost werden, die Kupferessenz wird kalt hinzugesetzt. In
diese Beize werden die Uegenstandei unter tiichtigem Hin- and Herbewegen
1 Minute eingetaucht, hierauf in verdiirmtem Kalkwasser (10 L. Wasser,
100 g Abfall-Policrkalk) abgesptilt, dann in reinem fließendem Wasser
nochmals abgespiilt and in Sagespanen, die noch nicht anderweitig
benutzt worden sind, getrocknet. Alsdann werden die Gegenstande
mit einer mittelharten Fiberhandbarste durchgebiirstet, mit Kalkwasor
abgewaschen and nochmals 1-3 Minuten lang in die Beize eingetaucht
and dann noch cimnal gut abgespillt, getrocknet and durchgebarstet.
Rohre and ahnliche Gegenstande werden an den Enden mit 2 Spannholzern
versehen, so daß sic durch eine mechanisehe Drehvorrichtung ganz
langsam (10-15 Touren in der Minute) um sich selbst gedreht werden
konnen. Wahrend der Drehung werden sic mit einem weichenTuchlappen
oderWattebausch, der mit der kalten Beize durchtriinkt ist, mit
gleichzeitigem Druck and indem man an dem einen End" anfangt
and an dem anderen aufhort, bestrichen. Dieses Bestreichen ist so
lange zu wiederholen, his der gewanschte Ton erreicht ist, worauf
man mit oincm trockenen Tuchlappen auftrocknet rout die Retire sofort
in belatinnter Weise zaponiert.
140. - braun beizen:
Braun in alien Sehatticrungen erhalt man auf Messinggegenstiinden,
wtnn man diese in Losungen von Nitraten odor von Eisenchlorid ein
oder mehrere Male eintaueht. Die Starke der Losungen hestimmt die
Tiefe der zu erhaltenden Farbe. Natii.rlich massen die Gegenstande
wit immer beim Farben gut gereinigt sein, auch kann man die Gegenstande
erst verkupfern and dann in einer Beize aus 1 T. Schwefelleber and
9 T. Wasser briinieren. Das Verkupfern geschieht in diesem Fall
durch Einhangen der blank gebeizten Gegenstande in eine Losung aus
1 T. Kupfervitriol, I T. Schwefelsaure and 10 T. Wasser. Nach dem
I:inhiingen in diese Mischung werden (lie Messinggegenst:itide mit
Zinkstabchen beruhrt, worauf sick jene schnell mit einer Kupferschicht
uberziehen. (Siehe :mch Nr. 120!)
141. - braungrau beizen:
Je 1 T. kristallisiertes Chlorammonium ( Salmiak) uud kohlensaures
Kupfer (l,'riinspan) werden in ea. 300 T. Wasser aufgelost. Man
verfiil rt mit dieser Losung wie beim Sehuarzbrennen, his sieh die
Oberfliiche briiuut, muf jedoch langsamer anwarmen. Das Abbrennen
umß dams mit der doppelt verdiinnten Brenne etwa zehnmal wiederholt
werden.
142. -: Gleiche Teile kohlensaures Kupfer, Zinnober,
Chlorammonium and Alaun werden gepulvert, mit Wasser eder Alkohol
befeuchtet and zu einem dfinnen Brei angerieben, den man mit einem
Pinsel auf die mit Asehe oder Sand and Essig blank geputzten Gegenstande
bringt. Dann erhitzt man diese fiber einem Kohlen- oder Gasfeucr,
wascht den 1'eberzug mit Wasser ab and wiederholt das Verfahren,
bis die gewiinschte braune Varbuug eingetreten ist. Ein Zusatz von
Kupfervitriol zieht die Farbe mehr in das Kastanienbraun, withrend
ein solcher von Borax dieselbe mehr in das 1-lelle treibt.
143 --: Man lost 1 T. Kupfervitriol in 4 T. Wasser
and '/;, T. desKupfervitriols in eisenhalfigem Schwefelather.
143a. -: Messinggegenstande lassen sick gut bronzefarbig beizen,
wenn sic zuerst mit enter Sal,miaklosung heiß and gut abgewasehen
and dann in clue nnii ig vcrdunnte Losung von 2 T. kohlensaures
Kupfer and 1 T. Chlorammonium in 6 T. Essig ca. 12 Stunden gelegt
werden. Nach diesem Dauerbade wascht oder spiflt man die Gegenstande
sorgfkltig mit Wasser ab and lackiert sie. H.
144. -- schokoladenbraun farben:
(Tut Gegenstiinden aus Kupfer, Messing oder Bronze eine schokoladenbraune
Fkrbung zu geben, bereitet man ein Gemisch aus gleichen Teilen Grunspan
and Sahniak. Dieses wind lilt Essig zu einem Teig angeriihrt, darauf
mit Wasser etwa eine halbe Stunde erhitzt. Die erhaltene Losung
giellt man vein Bodensatz ab, and in ihr kocht man die Gcgenstknde,
welche man braun farben will.
145 Grün beizen (falsche Patina.)
In 60 g konzentrtert Salpctersäure lost man 30 g Kupfer and
mischt mit 600 g Essig, 11 g Salmiak and 22 g Ammoniak. Hiermit
bestreicht man die Gegenstande, hißt sic trocknen and trägt
sodann mit einem Pinsel eine dünne Schicht Leinol auf.
146. - rosenrot brennen:
Die gebeizten Gegenstande gluht man leicht, bis sic eine schwarzbraune
Farbe bekommen, dann taucht man sic kurz in eine heifle Chlorzinklosung
and ber0hrt dabei die Riickseite mit einem Zinkstab. Hz.
147. - verschiedenfarbig beizen:
Werden 30 g Brechweinstein, 30 g praparierter Weinstein in'/2 kg
heißem Wasser aufgelost, dann nosh 90-100 g Salzsaure and ebensoviel
gepulvertes Antimon (Regulus) hinzugefugt, so uberziehen sich 3lessinggegenstande
in der bis zum Kochen erhitzten Flussiglceit mit schoner Goldfarbe
(dauerhafter Liisterfarbe), and zwar erscheint anfangs die Goldfarbe,
auf welche dams cin schones Kupferrot folgt. Beim langeren Verweilen
der Gegenstande in der Fliissigkeit gehen diese in ein Blanviolett
fiber, weichem schließlich ein Blaugrau folgt. Die F'arbcn sind
bestandig and verkndern sich an der Luft nicht.
148 , Eisen, Zink and Bronze verschiedenfarbig beizen:
Es ist moglich, Afetalle rasch and auf billige Weise durch Bedeckung
ihrer Oberflache mit einer dunnen Schicht einer untersehwefligsauren
Losung zu farben. In wenigen Minuten kann man dadurch Gegenstknden
aus 117 e s s i n g die Farbe von Gold, Kupfer, Karmin, Kastanienbraun,
hellem Anilinblau, einem blasseren Blatt oder endlieh einem rotlichen
Weiß erteilen, and zwar je nach der Dicke der Schicht and der Dauer
der Einwirkung der Flussigkeit. Die so erhaltenen Farben besitzen
ein schones Luster, and wenn die Gegenstande zuvor der Behandlung
von Skuren odor Alkalien unterworfen waren, so haften die Farben
so fest an der Oberflkche, daß sic durch die zum Polieren verwendeten
Werkzeuge nicht leiden. Zur Herstellung - lost man 42,5 g untersehwefligsaures
Natron in 450 g Wasser and mischt dazu eine Losung von 45,5 g g
Bleizuckc +r in 250 g Wasser. 1Jrw
armt man
diese Mischung auf 88 bis 93°, so zersetzt sic sich and lkßt
Schwefelblei in starken I locken fallen; ist nun gleichzeitig ein
Met all zugegen, so lagert sich cin 'I'cil des Schwefelbleies auf
demselben ab und die oben genannten Farben treten je nach der Dicke
des Niederschlages auf. Damit dieser Niederschlag gleichmässig
entsteht, ist es notwendig, dass die Gegenstände durch und
durch gleichmtässig erwärmt werden. Unterwirft man E i
s e n diesem Prozesse, so bekommt es ein stahlblaues Aussehen; Z
i n k wird braun. Wendet man anstatt des Bleizuekers eine gleiche
Menge Schwefelsäure an und verfährt im übrigen wie
angegeben, nur mit dem Unterschiede, etwas mehr zu erwärmen,
so wird B r o n z e erst rol, dann grin und zuletzt prachtig grünrot,
nur dieser Letzte Ton zeigt sich dauerhaft, nicht aber die übrigen.
Es ist möglich. schöne Marmor-lmitationen zu erhalten,
wenn man eine Bleilösung, nachdem sic mit Tragant verdickt
ist, auf zuvor bis auf 1000 erhitzte Bronze aufträgt und diese
schliesslich mit der schwefelbleihaltigen Flüssig-keit behandelt.
Diese Flüssigkeit kann wiederholt verwendet werden.
149. Messing und Rotgul) (eggossen, gewalzt) blauschwarz
beizen
(unbrauchbar für Kupfer-ZinnLegierungen, Kupfer, Neusilber!):
Nach Angabe der Physik.-Techn. Reichsanstalt werden 30 g gefä
lltes Kupferkarbonat bei Zimmkertemperatur in 1 L. Salmiakegist
(mit 10°,o Anmioniak) in einer Stöpselflasehe durch Sehütteln
aufgelöst und die gut gereinigten und oxydfreien Gegenstände
mittels eines Messingdrahtes bei Zimmertemperatur in die Beizflüssigkeit
wiederholt je 2 Minuten eingetaueht. Nach jedesmaligem Eintauchen
werden die Gegenstände in kalten Wasser abgespült und
mit einem weichen Lappen abgetrocknet.
150. -: Man löst 50 g Bergblau in 1 L. Salmiakegist
und legt die vom Fett befreiten Gegenstände in die Beize. Nach
dem Abspülen mit Wasser trocknet man die Gegenstände mit
Sägespänen.
151 -: Eine andere Beize besteht aus gleichen
Teilen Kupfervitriol rund Soda in Salmiacgeist, die mit '/.r T.
Wasser und etwas Graphit aufgewämt werden.
152. Kupfer schwarz beizen:
Man bereitet ein Bad, indem man auf 1 L. Wasser 40 g Sehwefelsure
160 g Salzsäure und 80 g Arsenik nimmt.
153. - und Kupferlegierungen (Tombak, Manganin und einige andere)
schwarz beizen: Nach Angabe der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt
erhitzt man eine passende Menge 5° Natronlauge in einem geeigneten
Gefässe aus Glas, Porzellan, Steingut oder emailliertem Eisen
auf 100 grader C, fagot 1°,', (gepulvertes) Kaliumpersulfat
hinzu und taucht das an einem Draht befindliche, gut egreinigte
Metallstücc ein, wobei eine Sauerstoffentwicklung sichtbar
wird. Der zu beizende Gegenstand ist in dem heigen Bade so lange
hin und her zu bewegen, bis die gewünschte sehwarze Farbe erreicht
ist, was bei kleineren Stücken gewöhnlich innerhalb 5
Minuten geschieht. Sollte die Sauerstoffentwicklung vorher aufhóren,
so ist von neuem 1°_o Kaliumpersulfat hinzuzusetzen. Der zunächst
sammetartig aussehende Gegenstand wird in kaltem Wasser eg-spelt,
darauf mit einem weichen Handtuch getrock-net und abegrieben; er
erscheint dann tiefsehwarz mit matter Glanz. Bei Nichtgebrauch ist
die Laueg gut verschlossen aufzubewahren, um sic nach mög-Iichkeit
vor dem Anziehen von Kohlensäure aus der Luft zu schietzen.
(Deutsehe Mech.-Ztg.) (Siehe auch Nr. 122 !)
153a. - braun beizen: siehe Nr.. 139 und 140!
154. Eisen schwarzblau brennen:
Man schmirgelt den Gegenstand sauber ab, bestreieht ihn mittels
Werg ganz gleichmässig dünn mit bestem Knochenoder Olivenöl
und taucht ihn hierauf so in Nussbaumholzasche, dass dieselbe überall
hängen bleibt. Alsdann erwärmt man den Gegenstand ober
Holzkohlenfeuer, bis die Asche wieder weiss und trocken wird. Nach
dem Erkaltcn wird dirselbe mit einer Haarbürstc abgebürstet
und mit dein genannten Oel einegfettet, kann aber auch laekiert
werden. Sollte das Verfahren nicht gelingen, so kann es solange
wiederholt werden, bis das Stück schwarzblau wird.
Svartfarging av stål
155. - schwarz brennen:
Alan erhält eine vorzügliche schwarze Farbe fur Eisengegenstände
lurch Eintropfen von konzentriertcr Schwefelsaure in Terpentinöl
unter beständigem Umrühren. Es bildet sick lams ein sirupähnlicher
Niederschlag, welcher mit Wasser ausgewaschen and als Pigment verwendet
wird. Nach dem Anstrich ist der Gcgenstanl zu erhitzen und dann
mit einem wollenen Lappen and Leinöl zu policren. Der Anstrich
soll vorzüglich halten, nicht abspringen, eine schöne
glänzende schwarze Farbe ergeben and las Eisen in zuverlässiger
Weise vor Rost schützen. (Siehe auch Nr. 177!)
156. -: Ein mattschwarzer Ueberzug , wie ihn lie
Glashütter Erzeugnisse haben, wird hergestellt, indem die Teile
durch Kochen im Wasserbade zunächst auf etwa 1000 C. erhitzt
and unmittelbar darauf in eine Losung von 10 T. doppelte chromsaurem
Kali in Wasser getaucht and darin kräftig hin und her geschwenkt
werden. Dann werlen sic kurze Zeit fibcr offenes, nicht rul3endes
Fcuer (anl besten ein durchgebranntes Holzkohlenfeuer !) gehalten,
wo sie einen dunkel braunschwarzen Ueberzug erhalten. Durch mehrmaliges
Wiederholen des Prozesses wird die Färbung tiefschwarz mit
einem stumpfen Glanz. Dabei muss bemerkt werden, lass ein gutes,
glattes Aussehen nur erreicht wird, wenn las Blech, aus dem lie
Toile hergestellt werden, schon vorher glatt and blank ist bzw.
wenn die Teile schon vor lem Farben blank gemacht werden; das Vorteilhafteste
ist jedenfalls, wenn las Blech vor seiner Bearbeitung blank bearbeitet
wirl. Vollständige Fettfreiheit ist lie erste Bedingung für
das Gelingen der Färbung; es genügt oft schon der geringe
Fettrückstand, welcher beim Anfassen mit der Hand auf dem Blech
zurückbleibt, um einen guten Erfolg beim Farben zu verhindern.
Es ist daher vorteilhaft, die Teile vor der chemischen Behandlung
noch einmal gründlich zu entfetten, d. h. in Soda lauge zu
kochen, in reinem kochenden Wasser nachzuspülen und in Sägespänen
zu trocknen.
157. -: Kleine Eisen- and Stahlgegeustände
kann man mit geölten Sägespänen sehr schön schwarz
brennen. Ein Gemenge von etwa 10 T. Wasser freien Sägespänen
und 1 T. Leinöl wird mit den zu schwärzenden Gegenständen
zusammen in eine runde Trommel aus Eisenblech gefüllt und diese
in wagerechter Lage langsam über einem Feuer gedreht. Durch die Hitze
verbrennen die Späne and entwickeln in Verbindung mit dem Oel einen
starken Rauch, der nur langsam lureh die Fugen in der Trommel entweicht
und die Teile mit einem festen, glatten, schwarzen Ueberzug überzieht,
der durch Bürsten mit Wachs Glanz erhalt. (Siehe aueh Nr. 160!)
158. Stahl and Eisen schwarz beizen:
Nach einem englischen Rezept erhalt man ein schönes mattcs
Schwarz, wenn man 1 T. Wismutehlorid. 2 T. Quecksilberchlorid, 1
T. Kupferchlorid, 6 T. Salzsäure, 5 T. Alkohol und 50 T. Wasser
gut vermischt and den zu färbenden, gut gereinigten and entfetteten
Gegenstand mit der Masse mittels eines Pinsels bestreicht oder,
wenn angängig, ihn in dieselbe eintaucht. Nachdem die Masse
auf dens Gegenstand getrocknet ist, wird derselbe 0,5. Stunde in
kochendes Wasser gelegt; hat die Färbung nicht die gewnnschte
Tiefe, so wird die beschriebene Behandlung wiederholt. (Siehe auch
Nr. 155--157!)
159. -: Sehr gut bewährt sich ein langsamer
Oxydationsprozess, bei dem sich Eisenoxydul bildet. Man kann dazu
die Teile entweder mit einer dünnen Eisenchloridlösung
bestreichen, dann trocknen und dämpfen, oder sie einige Zeit
in eine angesäuerte Eisenchloridlösung legen. Im letzteren
Falle bildet sick auf denselben in der Lösung eine schwarze
Schicht von Eisenoxyduloxyd, die beim Eintauchen der Stücke
in kochendes Wasser ganz tiefschwarz wird. Durch Wiederholung der
Operationen wird der Überzug mattschwarz and festhaftend.
160. -: Eine Lösung von 70 T. Kupfernitrat
in 30 T. Weingeist wird mittels Haarpinsels auf die schwach angewärmten,
kleinen Eisenteile' aufge-strichen und die Gegenstände dann
auf einem Eisenblech erwärmt; bei öfterer Wiederholung
erzielt man eine schöne schwarze Färbung.
161. -: In 1 L. Wasser löst man zunächst
6 g selenige Säure (ein weißes kristallin. Pulver) nebst
10 g Kupfervitriol und fügt dem Ganzen noch 5 g Salpetersaüre
hinzu. Die -Lösung ist sofort gebrauchsfertig und ' taucht
2 u die Stahlteile, die natürlich' fettfrei sein müssen,
ganz kürze die Dauer einer' Minute noch lange nicht erreichende
Zeit hinein, spült sie in Wasser ab und' trocknet, was durch
Eintauchen in Spiritus beschleunigt werden kann. Durch kräftiges
Abreiben mit einem weichen Lappen und Wiederholen der Arbeit erzielt
man eine 'intensive und haltbare schwarze Färbung der Gegenstände,
die, wenn 'sie vorher nicht poliert waren, durch Zaponieren hochglänzend
gemacht werden können. M. M.
162. Stahlblech heizt man wieder schwarz, das
fleckig oder rostig. geworden ist, indem man das Blech mit einen
Lösung von Chlorantimon über streicht und mit einem Mal
aüsbleibein sollte, kann die Manipulation nochmals wiederholt
werden.
163. -: Für den gleichen Zweck kann man auch
folgende Lösung verwenden: 10 g Eisenvitriol, 10 g weißes
Arsenik und 120 ccm Salzsäure werden gelöst und 120 ccm
Wasser hinzugefügt. Man streicht diese Lösung gut auf
das Blech, 'bis es einen-genügend dunklen Ton angenommen hat,
trocknet mit feinen Sägespänen.. und reibt dann mit einem
in 'Gei "getauchten- Leinenlappen ab. 164. Stahlwerkzeuge, gehärtete, schwarz brennen,
'Mair erhält die schönste,' glänzend schwarze' Farbe, wenn
than das Werftzeug, nachdem es im Wasser gehärtet" war, erst
wieder sauber poliert, darauf einem Rost oder einer heißen Platte
auf die nötige. Farbe (gelb, violett, blau usw.) - anlaufen 1äßt,
weiter in geschmolzenes, nicht zu heißes, gelbes Wachs taucht und
das anhängende Wachs--'nach dem Herausziehen - an einem Feuer abflammen
läßt,
ohne daß jedoch, das Werkzeug sich, weiter erhitzt. Alsdann taucht
man das Werkzeug wieder in Wachs und wiederholt,, das Abflammen, bis die
Farbe schön glänzend, schwarz ist, worauf man, das Werkzeug
im Wasser abkühlen kann.
164. , - marmorieren: siehe Nr. 30 und 31.1 ;
,
165. Stahlnadeln und dergleichen glänzend'
schwarz beizen: Polierte Stahlnadeln werden nach H. N o b i s glänzend
schwarz auf folgende Weise gefärbt: Nachdem dieselben von allem:
Oxyd, befreit sind, werden sie 10 Sekunden lang (nicht länger!)
in einem Bad I eingetaucht, das auf folgende , Weise hergestellt
ist: 10 g Kupfervitriol werden in dem doppelten. Gewichtsquantum
Wasser durch Abkochen gelöst; diese kräftig blaue Lösung
wird filtriert und in 970 g Wasser gegossen, alsdann setzt man 20
g reine Salzsäure und 10 g Zinnchlorür hinzu. Nach einigem
Umrühren und nachdem die Lösung sich gesetzt hat, ist
das Bad zum Gebrauch fertig. Nach Anwendung dieses Bades I werden
die Gegenstände mit Wasser abgespült und sofort 2-3 Minutenlang
einem B a d II übergeben, welches auf folgende Weise hergestellt
ist: 1,5 kg. unterschwefligsaures Natron wird über Feuer in
1 kg Wasser gelöst und die Losung abgekühlt. Unmittelbar
vor dem Gebrauch wird die Lösung durch ein, nicht zu feines,
Tuch durchgeseiht, bis dieselbe klar erscheint, und alsdann 75 g
reine Salzsäure hinzugesetzt. Die ursprünglich wasserklare
Lösung nimmt nach einigem Umrühren eine gelbe Trübung
an und es bilden sich gelbe Flocken; nach wenigen Minuten gießt
man dieselbe durch ein feines Drahtsieb so, lange, bis an den ersten
Probenadeln gelbe Klümpchen nicht mehr haften. Dieses Bad II
ist etwa 2 stunden hindurch nach dem Zusatz der Salzsaüren
brauchbar, worauf es die Färbekraft verliert; dieselbe kann.
jedoch stets wieder durch einen Zusatz des oben angegebenen Quantums
Salzsäure hervorgerufen werden, indes ist eine abermalige Durchsiebung
erforderlich. Die nunmehr schwarzen Nadeln kommen unmittelbar aus
dem Bade II
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